Geschichte - gumbsheim

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Geschichte

Sonstiges

Vor etwa 35 Millionen Jahren schwammen auf dem heutigen Gumbsheimer Gebiet nur Fische und Schalentiere ohne eine feste Behausung herum. Es gab hier nur ein flaches Meer, dessen heutiger Zeuge die Klippe bei Eckelsheim ist. Später hob sich der Boden, das Meer verschwand und die Eiszeiten hinterließen uns die fruchtbaren Böden.

Im Gebiet des heutigen Ortseinganges wurden die frühesten Zeugen einer Besiedlung des Gumbsheimer Ortsgebietes gefunden. Die von den Kelten hinterlassen Gräber sind etwa 2500 Jahre alt. Teile davon werden im Historischen Museum in Mainz aufbewahrt. Natürlich gibt es aus dieser Zeit noch keine schriftlichen Überlieferungen, daher ist also nicht bekannt, ob seitdem die Besiedlung durchgängig war. Die Möglichkeit besteht, da Gumbsheim aus militärstrategischer Sicht günstig liegt.
Vom nahegelegenen 'Rheinhessenblick' kann man in alle Richtungen weit ins Land schauen und der Ort selbst ist aus der Entfernung nicht zu sehen. Doch genaues weiß man eben nicht.

783
Aus diesem Jahr datiert ist eine Abschrift in der Urkundensammlung des Lorscher Klosters über die Schenkung der "... drei Tagwerk Ackerland in pago Nahgowe [Nahegau] in der Gimminsheimer marca." Die geografische Lage von 'Gimminsheim' bzw. Gumbsheim schien auch für St. Maximin bei Trier, dem zweiten großen Kloster in Südwestdeutschland des frühen Mittelalters, interessant gewesen zu sein, denn um 855 wurde die Bewirtschaftung der Äcker in Gumbsheim und Pleitersheim von der St. Maximiner Niederlassung in Münsterappel beaufsichtigt.
Da Gumbsheim in den Unterlagen des Lorscher Klosters nach seiner Erstnennung nicht mehr geführt wird, kann man annehmen, daß das Kloster St. Maximin diese Besitzungen von Lorsch irgendwann erwerben konnte. Zum Schutz seiner Ländereien setzte das Kloster Maximin die Emichonen als Vögte ein. Aus diesem Adelshaus teilten sich später die Linien der Wild- und Raugrafen, zu deren Besitz etliche 'rheinhessische' Dörfer zählten. Gumbsheim, Wöllstein und Pleitersheim gehörten als zusammenhängender Besitz den Raugrafen.

1367
verpfändete Raugraf Phillip II. von Neu-Bamberg die Hälfte des Gerichts und Hofes zu Wöllstein, 'Gummesheim' und 'Blitirsheim' an Graf Walram von Sponheim.
Der verbleibende raugräfliche Anteil geriet später an die Grafen von Falkenstein und an die Grafen von Nassau-Saarbrücken.

1437
Nach dem Aussterben des Sponheimischen Hauses übernahmen Kurpfalz und Baden das Erbe, also auch den halben Ort Gumbsheim. Über viele Jahrzehnte hinweg wurde die Ortsherrschaft in Gumbsheim von drei Ortsherren gleichzeitig ausgeübt: Kurpfalz zusammen mit Baden, Falkenstein und Nassau.
Die gemeinsame Regierung währte bis 1700, als der Falkensteiner Anteil vom Erzstift Mainz übernommen wurde. Im Jahre 1707 erwarb Kurpfalz den badischen Anteil und überschrieb 1714 seinen Anteil an Gumbsheim an das Erzstift Mainz. Durch diese Besitzverschiebungen erlangte das Erzstift drei Viertel der gesamten Ortsherrschaft.
Nassau, Eigentümer des letzten Viertels, arrangierte sich mit Mainz über die jeweiligen Ansprüche.

1792-1814
Französische Revolutionstruppen besetzten die linksrheinischen Gebiete. Unter den Franzosen wurde das Land politisch und gesellschaftlich neu gestaltet. Verwaltungstechnisch zählte Gumbsheim zum Kanton Wöllstein, Département Mont Tonnerre (Donnersberg).
Mitten in Gumbsheim befand sich bis 1873 eine kleine Kirche, die sogenannte St.-Peter-Kapelle. Ihre Gründungszeit lag vermutlich im Mittelalter. Den Kirchenzehnten Wein und Getreide bezog das Kloster Eberbach im Rheingau. in der Reformationszeit (Ende 16. Jh.) wechselte die Kirchengemeinde vom katholischen zum lutherischen Glauben. Dieser Glaubenswandel geschah auf Veranlassung des Pfalzgrafen als Mitinhaber der Ortschaft. Der Gottesdienst wurde in der Gosselsheimer Kirche abgehalten, einem heute verschwundenen Ort zwischen Gumbsheim und Eckelsheim.
Im 19. Jh. bestand die Absicht, die St. Peter-Kapelle zu vergrößern und zu renovieren. Dann entschloß sich die Gemeinde zu einem größeren Neubau am Ortsrand.

1874
wurde die Kirche eingeweiht. Im Jahr zuvor war die Peterskapelle abgerissen und der Bauplatz versteigert worden, heute Hauptstraße Nummer 6.

1852
Gumbsheim wird aus dem langjährigen Verband mit Wöllstein ausgegliedert und erhält erstmalig einen eigenen Bürgermeister.
Gründung einer 'Feuerkompanie' mit 23 Aktiven.

1875
Bau eines Schulgebäudes

1880
Im Dorf gibt es eine Schmiede, zwei Schreiner, zwei Schuhmacher, ein Wagner, und vier Gastwirtschaften, drei davon mit Kegelbahnen.

1892
Gründung des Männergesangvereines 'Sängerbund 1892 Gumbsheim' und der Feiwilligen Feuerwehr.

1907
Reblausherde vernichten Weinberge an der Gemarkungsgrenze zu Wöllstein.
Das erste Fahrrad wird erworben und zum ersten Mal eine Mähmaschine eingesetzt.

1912
Gumbsheim wird an das Stromnetz angeschlossen und bekommt eine Straßenbeleuchtung

1914-18
Es werden 51 Männer zum Militär eingezogen, von denen 7 vom Krieg nicht heimkehren.

1916
Die letzten Ulmen, die den sogenannten Effenwall bildeten, werden gefällt.

1929
Ein Gumbsheimer Handelsmann fährt das erste Auto

1945
Beschuß durch amerikanische Truppen, drei Scheunen brennen ab.

1948
Die ersten beiden Traktoren mit Anhänger werden angeschafft. Zum ersten Mal wird ein Weinberg auf Drahterziehung umgestellt.

1956
Die Kirche wird durch Blitzschlag in Brand gesetzt.

1962
Die einklassige Volksschule wird geschlossen, die Kinder in die Grund- und Hauptschule Wöllstein engeschult.

1972
Gumbsheim wird der neugegründeten Verbandsgemeinde Wöllstein angeschlossen.

1974
Bau der Kulturhalle
Beginn der Freigabe von Neubaugebieten (Wöllsteiner Straße, 1981 Würzgarten)

2001
Umbau und Renovierung des Gemeindegebäudes, Einweihung mit einem Festakt

2006
Erweiterung und Renovierung der Gemeindehalle.
Jetzt gibt es endlich Platz für die Gerätschaften, die Fenster sind dicht und bei Veranstaltungen hält sich der Qualm in Grenzen. Seit 2008 ist das gesamte Gemeindegebäude Nichtraucherbereich.


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